Archiv November 26, 2017

Kendo-Kurs für Einsteiger ab Januar 2018

Der TH Eilbeck bietet ab Janaur 2018 wieder einen Kendo-Kurs für Anfänger und Fortgeschrittene an. Dieser wird immer am Sonntag von 18.00 bis 20.00 Uhr statt finden. Falls Ihr Fragen habt, schaut gerne auf unserer Einsteigerseite vorbei oder nutzt einfach das Formular unter Kontakt für Kendo in Wandsbek und wir freuen uns, euch zu helfen. Weitere Infos findet Ihr auch im Flyer.

Die Anmeldung erfolgt über die Homepage des TH Eilbecks.

Link:
http://www.th-eilbeck.de/sportprogramm/kursprogramm

 

Koryu-Taikai 2017 des NIaiB in Hamburg

Die Koryu – zu übersetzen als „alte Schule“ – stand im Mittelpunkt der diesjährigen offenen Norddeutschen Iaido-Meisterschaft, welche am 17.11 und 18.11 vom AMTV Hamburg ausgerichtet und vom Norddeutschen Iaido-Bund veranstaltet wurde. Mit Teilnehmern aus Berlin, Bremen, Braunschweig, Essen und Hamburg konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Können in ihrer jeweiligen Ryu Ha zeigen. Die vertretenen Ryu Ha waren die Muso Shinden Ryu, als auch die Muso Jikiden Eishin Ryu und die Shinkage Ryu.

Ein Iaido-Taikai ist so aufgebaut, dass zwei Wettkämpfer in einer vorgegebenen Fläche ihre Iaido-Kata zeigen und diese dann von den Shinpan (Schiedsrichter) bewertet werden. Wer gewonnen hat, wird dann per Fahnensignal der Shinpan angezeigt. Beim Koryu-Taikai kommt hinzu, dass Iaidoka ab Sandan alle zuzeigenen Kata aus ihrer jeweiligen Koryu stammen müssen, während bei den Iaidoka bis nidan neben einer Koryu-Kata, vier festgelegte ZNKR-Iaido Kata zu zeigen waren. Die Iaidoka starteten entsprechend ihrer Graduierung im Pool System und das Taikai startete mit dem Pool der Mudan (Iaidoka ohne Dan-Graduierung).

Der Modus des Taikai sah vor, dass der erst Platzierte oder die erst Platzierte jeder Gruppe sich für die höhere Wettkampfgruppe qualifizierte. So kam es, dass Petra vom AMTV sich aus ihrer Mudan-Gruppe in die höheren Gruppen vorkämpfen konnte und erst in der Nidan-Gruppe ihre Serie endete. Das Finale gewann Marlen (Shinkage Ryu) aus Braunschweig, die sich dort in einem spannenden Kampf knapp gegen Michael (Muso Jikiden Eishin Ryu) aus Bremen durchsetzen konnte und damit Norddeutsche Iaidomeisterin 2017 wurde.

Für alle die Iaido auch selber mal ausprobieren möchtet bietet der AMTV am 25. November ein Probetraining an. Weitere Infos hierzu findet ihr auf der Homepage des Vereins.

Link:
www.niaib.de
www.amtv.de
www.iaido-in-hamburg.de/

 

Daito für Nito bauen

Als Nitoka stellt sich schnell die Frage: was für ein Shinai als Daito benutzen?
Laut Wettkampfregeln muss das Daito eine Länge von max. 114cm und ein Gewicht von min. 440gr vorweisen. Dies entspricht einem regulären ’37er. Nur habe diese in der Regel, weil für Kinderhände gedacht, meist einen sehr dünnen Griff…

Auch ist für den Einhand-Einsatz (katate) ein ovaler Griff (koban) und eine grifflastige Balance (dobari) von Vorteil. Ich persönlich bevorzuge dabei auch noch relativ dicke Griffe. Einige Kendoshops bieten spezielle Nitoshinais an, welche einige der gewünschten Eigenschaften aufweisen aber auch einen entsprechenden Preis haben. Dazu wird als Griffleder (tsuka) meist ein ’38 Leder verbaut. Für den reinen Nitogebrauch wäre aber ein noch kürzerer Griff besser.
Denn es gilt: Je näher das Tsuba und die dickste Stelle, der Schwerpunkt des Shinais an der Hand desto besser. Man kann also im Grunde zwischen nicht wirklich geeignet oder hohem Preis wählen und hat trotzdem noch das Gefühl das es besseres Material geben müßte.

Was also tun?
Im Buch „Nito-Ryu no Waza to Riron“(aka „musashi no ken“) von der Musashikai, Japan/2003 (out of print) findet sich auf den Seiten 22-25 die folgende Bauanleitung Daito. Man nehme ein reguläres ’39 Shinai, vorzugsweise mit dickem Griff und kürze es selbst. Vorteile: günstig im Einkauf, ein dicker Griff läßt sich oval schleifen und das Tsuka kann nach eigenem Geschmack gekürzt werden. Da man am Griffende kürzt verschiebt sich der Schwerpunkt und das Tsuba deutlich Richtung Hand. Soweit der Plan – hier das Handwerkliche:

– Shinai auseinandernehmen
– dabei mit billigem Klebeband ggf. die Bambusstreben (take) zusammenhalten so läßt sich leichter Arbeiten
– am Griffende 6cm absägen
– das Metalplättchen (chigiri) neu einsetzen (ein Muss!)
– Griffende abrunden
– falls gewünscht den Griff leicht abflachen

– Ledergriff (tsuka) umdrehen
– nahe der Wunschlänge (ca. minus 5-7cm) löchern
– straff vernähen
– dann knapp abschneiden
– Griffleder wieder umdrehen

– Shinai zusammensetzen

Das Umdrehen des Tsuka ist etwas fummelig, ansonsten gibt es keine technischen Hürden.
Zeit etwa 60min, Werkzeug: Säge und ein scharfes Messer, Massband, Tape und Schleifpapier.

Ergebnis: Coolness +1 und das befriedigende Gefühl von Bastelarbeit.

Wie lang dabei der Griff, dick oder dünn, ob oval oder rund – dies bleibt der eigenen Neugier und
Experimentierfreude überlassen. Und eines ist sicher: ewig hält kein Shinai. Auch dieses nicht.
Und das nächste wird dann wieder ganz anders…

Offene Hamburger Meisterschaft 2017

Die offene Hamburger Meisterschaft hatte über 35 Kendo-Kämpfer und -Kämpferinnen am 04. November nach Hamburg gelockt, um dort um die Platzierungen in den Kategorien Jugend, Frauen, Kyu und Dan zu kämpfen. Das Alster Dojo in Hamburg war Austragungsort der Meisterschaft und konnte dort Gäste aus Berlin, Oldenburg, Elmshorn und natürlich Hamburg begrüßen. 

Das Turnier startete pünktlich und die Kategorien Jugend und Frauen wurden zuerst ausgekämpft. Besonders in der Jugendkategorie wurde nicht nur ehrgeizig und hart gekämpft, sondern auch fair. Gerade wenn besonders kleine Kämpfer gegen größere Kämpfer antraten,  haben die größeren nicht einfach mit überharten Körpereinsatz versucht zu punkten, sondern konzentrierten sich darauf, technisch korrekte Treffer zu erzielen. Den Abschluß der Meisterschaft bildete das Dan-Turnier, wobei hier besonders schöne Kämpfe bei entsprechendem technischen Niveau zu sehen waren, sodass die Wettkämpfe um 19.00 Uhr endeten. Nach diesem langen Wettkampftag gab es ein gemeinsames Grillfest und man ließ so die Veranstaltung mit der Vorfreude auf Wiederholung in 2018 dann ausklingen.
 
Die Ergebnisse der Meisterschaft hier im Überblick:

Jugend:
1. Akitomo Mori (Koan-Kendojo Hamburg)
2. Anton Neeb (Yoshinjuku Berlin)
3. Hirotomo Mori (Koan-Kendojo Hamburg)
3. Stahl (Seikenjuku Oldenburg)
Kampfgeist: Tomomi Nakashima (Koan-Kendojo Hamburg)

Frauen:
1. Haruna Yamaguchi (Koan-Kendojo Hamburg)
2. Nora Specht (Alster Dojo Hamburg)
3. Hinako Yamamura (Koan-Kendojo Hamburg)
3. Kunai (Seikenjuku Oldenburg)

Kyu
1. Anton Neeb (Yoshinjuku Berlin)

Dan:
1. Akihiko Ito (Koan-Kendojo Hamburg)
2. Koki Nakashima (Koan-Kendojo Hamburg)
3. Soichiro Yamamura (Koan-Kendojo Hamburg)
3.  Baronin (Kenshinkai Berlin)
Kampfgeist Junko Ohashi (Seikenjuku Oldenburg)

Link:

http://www.alster-dojo.de/
http://www.hamburg-judo.de/ressort/kendo/

 

1st European Musashikai Nito Ryu Seminar

Nach dem Seminar in Finnland hatte Julien Goullon vom 3.11.-5.11. zum „1st European Musashikai Nito Ryu“ Seminar eingeladen. Ca. 35 Teilnehmer aus Frankreich, England, Finnland, Schweden, Russland, Montenegro, Polen und Deutschland waren seinem Ruf gefolgt um sich erstmals auf europäischer Ebene zu treffen und gemeinsam mehr über Musashikai Niten Kendo zu erfahren und erlernen. Ort des Geschehens war das Niten Dojo in der Nähe von Disney Land/Paris.

Die Musashikai ist eine japanische Kendovereinigung, welche sich zur Aufgabe gemacht hat Nito systematisch zu lehren und sich aus dem vom Noda-ha Niten Ichi-ryu Stammbau, also von Miyamoto Musashi selbst, ableitet. Also das Kendo nach den Regeln der ZNKR mit den historischen Wurzel der Niten Ryu verbindet. Julien erhielt am 01.08.2017 die Erlaubnis einen europäischen Verband zu gründen und dieses Seminar war folglich der Beginn seiner Arbeit.

Die Beschäftigung mit Musashi ist für mich ein bizarres und diffuses Feld. Es existiert einseits eine vage historische Gestalt gespeist aus Büchern, Filmen und Mangas – und andererseits existiert eine von seiner Schwertschule zur Kendo-Adaption weiterentwickelte Interpretation seiner Schwertkunst.
Und ich darf mitspielen. Irgendwie schräg…

Wie bereits in Finnland bot Julien das gesamte Spektrum: Fußarbeit, (kraftloses) Schwingen, Grundtechniken, direkte Angriffe, Vorbereitungen mit dem Shoto, Zusammenspiel Shoto & Daito, komplexere Angriffstechniken, Konter usw. usw. In seiner bewährten Manier perfekt und sehr struktiert dargeboten. Großes Kino. Dazu gab es reichlich Gelegenheit zum Jigeiko mit Europas führenden Nitokas und illustren Gästen wie dem Presidenten der Französischen Kendoföderation, Eric Mariss und dem amtiernden Kendo Europameister Kei Ito (1. Platz Mannschaft, 3. Platz Einzel).
In 18hr Kendo Stunden gepackt auf 3 Tage.

Das Team vom Niten-Dojo bot neben der wunderbaren Location, den perfekten Rund-um-Glücklich Service. Vom Catering, Versorgung mit Getränken und Obst sowie über Transporte zu den Hotes, einer Sayonnara-Party und vieles mehr. Hervorragend gemacht, besser kann es Gästen nicht gehen.

Und so war es mir ein Vergnügen trotz fieser Resterkältung mich in dieses Abenteuer zu stürzen.
Sehr anstrengend, fordernd aber dafür auch motivierend für Monate.
Bei nächster Gelegenheit bin ich wieder dabei!

Links:
http://www.niten-dojo.fr (Dojo von Julien&Coralie)

Lehrgang in Lübeck Oktober 2017

Lübeck, Ursprung der Hanse und Heimat des Marzipans, war Austragungsort des Lehrgangs mit Paul-Otto Forstreuter Sensei (7. Dan Renshi) am letzten Oktober Wochenende. Das Uni-Dojo Lübeck hatte eingeladen und die Teilnehmer aus Kiel, Bremen, Hamburg und natürlich Lübeck kamen, um gemeinsam zu üben. Alle Erfahrungsstufen, von gerade mit Bogu-Training angefangen oder gar langjähriges Training, konnten unter der Aufsicht von Forstreuter Sensei mit verschiedenen Übungen von Grundtechniken bis hin zu angewandten Techniken ein breites Programm üben. 

Forstreuter Senseis ruhige Art und die Techniken sehr genau zu klären machten es allen Teilnehmern leicht, die Übungen auszuführen, sodass alle im Laufe des Wochenendes Fortschritte machten. Mit dem Sonntagstraining endete der Lehrgang und alle konnten so auf ein trainingsintensives und lehrreiches Wochenende zurück blicken, mit dem Ziel, auch weiterhin fleißig zu üben und so beim nächsten Lehrgang die Fortschritte zu zeigen.

Link:
www.uni-dojo-luebeck.de